Der Westhovener Pionierhafen

KCfW.hausstrecke – Teil 2:
Der Westhovener Pionierhafen

Von Duhon – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6804988

Kurz nachdem man die Rodenkirchener Brücke auf unserer Hausstrecke stromaufwärts unterquert hat, befindet sich auf der rechten Uferseite bei Rheinkilometer 682,3 eine Bucht, die wie geschaffen scheint für Angel- und Badeausflüge. Heute schon fast vergessen, befand sich hier lange Zeit ein militärisch genutzter Hafen, im 2. Weltkrieg von der Wehrmacht genutzt, später dann von den Belgiern, deren Rheinstreitkräfte nach dem Krieg bis ins Jahr 1995 in der angrenzenden Westhovener Aue (Kaserne Brasseur) stationiert waren.

Der Hafen verlandete jedoch zunehmend, sodass er seine ursprüngliche Funktion mit der Zeit einbüßte und heute nur noch Reste erhalten geblieben sind. Uferbefestigungen sucht man inzwischen jedoch vergeblich, auch alte Poller oder sonstige Spuren der früheren Nutzung sind nicht mehr zu erkennen. Die Bucht dient heute teilweise noch Kanuten für Übungen in strömungsarmem Gewässer und wir Ruderer machen uns beim Hochrudern die günstige Kehrströmung an der Mündung der Bucht zunutze.

Hinter diesem ehemaligen Hafen liegt die Westhovener Aue, heute ein Naturschutzgebiet, das bei Hochwasser auch als Retentionsfläche (Überschwemmungsreserve) dient. Auch nach dem Rückzug der belgischen Streitkräfte liegen hier noch Blindgänger und Minen aus dem 2. Weltkrieg und der Nachkriegsnutzung im Boden, weswegen das Verlassen der Wege für Spaziergänger verboten bleibt.

Etwas weiter stromaufwärts wurde durch belgische Pioniere früher auch der Bau von Pontonbrücken geübt. Die Überreste einer Rampe für Amphibienfahrzeuge im Rhein erzeugt dort noch heute eine Strömungsschwelle, die je nach Wasserstand von uns Ruderern weiträumig umfahren wird.

Die Rodenkirchener Brücke

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KCfW.hausstrecke – Teil 1:
Die Rodenkirchener Brücke

Wir beginnen unsere Serie mit dem markantesten Bauwerk auf unserer Hausstrecke, der Rodenkirchener Brücke. Etwas oberhalb unseres Bootshauses (Rheinkilometer 683,37) verbindet diese 567 m lange Hängebrücke die Kölner Stadtteile Rodenkirchen und Poll miteinander und führt als Teil des Kölner Autobahnrings die Bundeautobahn 4 (A 4) über den Rhein.

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Erweiterte Hausstrecke

Das Jahr 2015 neigte sich dem Ende zu und irgendwie kam die Idee auf, dass nach den opulenten Weihnachtsessen noch eine kleine Tagesfahrt zum sportlichen Ausgleich nicht schlecht sei. Außerdem fehlten Tiemo noch 30 Tagesfahrt-Kilometer für sein erstes Fahrtenabzeichen. Und so verabredeten wir (Tiemo, Christoph, Leon und ich) für eine ausgedehnte Tagesfahrt auf dem Rhein. Normalerweise wäre das der Zeitpunkt gewesen, wo man sich ein Boot reserviert, einen Hänger klar macht, diesen in Neuss bereit stellt, von Köln nach Neuss rudert, um danach dann wieder zum Bootshaus zurück zu reisen, das Boot abzuladen usw. Irgendwie unnötig zeit- und kostenaufwändig, kann man diese Zeit nicht viel besser auf dem Wasser verbringen?

Man kann: Warum nicht mal die Hausstrecke etwas ausweiten und statt bis Sürth einfach bis Mondorf hoch- und zurückrudern? Kann ja nicht so schwierig sein, einfach unsere normale Hausstrecke bis Sürth, dann an Godorf, Wesseling, Langel und Hersel vorbei und dann ist man ja schon so gut wie in Mondorf. Soweit die Theorie…

Montag, 28.12.2015, strahlender Sonnenschein und rund 14°C in einem der wärmsten Dezember seit der Wetteraufzeichnung. Der Rhein: Weitestgehend spiegelglatt mit ganz wenig Schiffsverkehr und einem ordentlichen Wasserstand. Perfekte Bedingungen, um die erweiterte Hausstrecke auszuprobieren.

Leicht später als ursprünglich geplant legten wir zu dritt (Christoph, Leon und ich, Tiemo war über die Feiertage leider krank geworden und konnte uns diesmal nicht begleiten) und in der Rämbo statt der Ignatz gegen 10:40 vom Steg ab.

Die Strecke bis Sürth steuerte uns Leon als OiP mit dem Fußsteuer sicher um die zahlreichen Kribben, bei den Kribben hinter der Fähre brauchte es den Mut zu harten Kurswechseln. Im Sürther Hafen legten wir kurz an, um einen sicheren Steuermannswechsel durchzuführen und eine erste Trinkpause zu machen. Dann ging es weiter, bis zum Godorfer Hafen noch bekanntes Terrain, dann begann der für uns stromaufwärts unbekannte Teil. Natürlich kannten wir alle den Abschnitt von zahlreichen Tagesfahrten wie An- oder Abrudern von Bad Honnef nach Köln, aber eben nur runter, also stromabwärts.

Das Boot lief gut und wir kamen unserem Ziel bei Rheinkilometer 660 (kurz vor der Hafeneinfahrt von Mondorf) Stück für Stück näher. Bei jedem Kirchturm ein Blick auf dessen Uhr: Würde die Zeit reichen? Würden wir es bis spätestens 14:30 Uhr nach Mondorf geschafft haben, um dort eine Pause zu machen und bis 16:30 Uhr wieder am Bootshaus zu sein? Wir waren optimistisch dies zu schaffen und zählten eifrig die Kilometersteine, in Erwartung aus der 70er-Zone in die 60er-Zone zu kommen. Endlich die 669, noch 9 Kilometer bis zum Ziel! Irgendwo kurz hinter der Schnapszahl 666 mussten wir eine erste Snackpause einlegen, so lange stromaufwärts schlaucht dann doch mehr als gedacht, vor allem weil Wesseling so lange dauert (ganze 6 Rheinkilometer je Strecke), bis man es am Rhein hinter sich gelassen hat.

Mit „nur“ noch 6 km vor uns und gut in der Zeit schöpften wir noch mal volle Motivation, um endlich die große Pause machen zu können. Doch spätestens die letzten 4 km vor dem Ziel auf der Höhe von Widdig waren die längsten: Auf einmal schienen die 100-Meter-Marken nur noch im Schneckentempo vorbei zu ziehen. Auch der mentale Trick sich die 4 km als kleinere 1 km-Abschnitte vorzustellen, und ein Kilometer geht ja schnell vorbei, funktionierte nicht mehr so richtig. Wissend, dass stromaufwärts vor Mondorf noch diese lange Insel von Hersel und die Lux-Werft auftauchen muss, ließ uns ungeduldig auf ihr Erscheinen warten. Nach einer gefühlten halben Ewigkeit kam endlich die Stadtpromenade von Mondorf in Sicht und wir fuhren erleichtert in das Hafenbecken ein.

Auf dem Steg des Mondorfer Rudervereins tankten wir wieder Kraft für unsere Rückreise, die wir mit Blick auf die Uhr und den Sonnenstand bereits nach einer halben Stunde wieder antraten, die Uhr zeigte etwa 15:05 Uhr. Rund 25 km stromauf lagen hinter uns, nochmal so viele Kilometer stromab vor uns, würde das Sonnenlicht bis Köln reichen oder die Wasserschutzpolizei uns ohne Beleuchtung ausgestatteten Ruderer vorher aus dem Verkehr ziehen?

Nach den ersten drei Kilometern die erste Hochrechnung: 3 Kilometer in 15 Minuten, das macht 12 km/h und unsere Ankunftszeit wäre nach 17:00 Uhr gewesen. Weit nach Sonnenuntergang und damit zu spät. Mist!

Doch nach weiteren Kilometern besserten sich die Prognosen und wir schätzten gegen 16:40 Uhr in Köln zu sein. Da nur selten ein Schiff auftauchte nutzten wir die Strömung voll aus und ließen trotz der schwielenden Hände nicht locker: Einfach weiterrudern, Zug um Zug, Kilometer um Kilometer. Schon kam Godorf in Sicht, dann Sürth. In Heckrichtung sahen wir die Sonne untergehen und die Dämmerung setzte ein. Kurz oberhalb der Weißer Fähre kam die Wasserschutz uns entgegen, ließ uns aber unbehelligt weiterfahren. Auf der Hausstrecke zählten wir nur noch die Kilometersteine bis 684, Porz, Ensen, Rodenkirchen, alles keine Bedeutung mehr, es zählten nur noch die Kilometerabstände… und der Sonnenstand. Endlich, kurz bevor der letzte Rest Tageslicht verschwand, legten wir unsere Backbordskulls wieder auf das Trittbrett des KCfW-Stegs. Dort, wo wir vor fast genau 6 Std. und 50 km gestartet waren.

Drei Ruderer, total groggy, aber irgendwie auch stolz es doch geschafft zu haben, diese erweiterte Hausstrecke. Insgesamt eine tolle Erfahrung und sicher nicht zum letzten Mal absolviert, nächstes Mal aber mit weniger Sorge um das Tageslicht und einer längeren Pause in Mondorf.

Handsteuersaison

rudertermin2_100x100Ab heute beginnt wieder die Handsteuersaison beim KCfW. Das heißt, dass bei allen Ruderterminen (ausgenommen die Schülerrudertermine) die 5x wieder als 4x+ gefahren werden. Die ersten 5x sind bereits auf 4x+ umgeriggert worden, ansonsten bitte bei nächster Gelegenheit nachholen.

Die Handsteuersaison läuft vom 15. Mai bis 15. September und gibt allen Mitgliedern ausreichend Gelegenheit Handsteuerpraxis auf unserer Hausstrecke zu erwerben. Diese ist auf dem Rhein unerlässlich, um sich für eigenverantwortliche Fahrten als Obmann und später auch für Fahrten mit Fußsteuer zu qualifizieren.