Gewitterstimmung beim KCfW

von Peter Möller

Beim abendlichen Gewitter am 27.08.2019 wurde unser Bootshaus durch eine Sturmböe heftig getroffen. Dabei wurde das ganze Schiff soweit in Richtung Ufer verschoben, dass die Zugangsbrücke aus den Führungsschienen gedrückt wurde und das Brückenende bis etwa Mitte des Leinpfades verschoben wurde.

Wir standen plötzlich vor der Aufgabe das Bootshaus neu auszurichten und sehr vorsichtig wieder in Richtung Strom zu verlegen. Dabei musste die führungslose Brücke wieder exakt in die Schienen eingefahren werden. Eine nicht ganz einfache Aufgabe, die wir aber unter Leitung von Christian Mohr, der Mithilfe einiger Ruderer, herbeigeeilter Helfer und Mitgliedern der Motorbootriege sicher erledigen konnten. Abgesichert wurden wir dabei von der Wasserschutzpolizei, alle vorbeifahrenden Schiffe mussten mit halber Kraft fahren um Wellenschlag oder Sogwirkungen zu vermeiden.

Herzlichen Dank auf diesem Wege an alle die geholfen haben diese kritische Situation zu entschärfen und bis in den späten Abend geholfen haben.

Lahnwanderfahrt – Noch freie Plätze

Es sind noch Plätze Frei bei der Lahnwanderfahrt von Samstag, den 21. September (Anreise Freitag, den 20. September ab 15:00 Uhr) bis Montag, den 26. September.

Geplante Termine und Strecken:
Freitag, den 20.09.2019

15:00 Uhr, treffen am Bootshaus des KCfW –Bootsverladung und Anreise nach Weilburg (Booteabladen) und weiterfahrt zum Quartier.

Samstag, den 21.09.2019

Rudern von Weilburg nach Limburg 5 Schleusen, Tunnel, ca. 37,1 km
Hinfahrt mit Begleitbus, Rückfahrt mit der Lahntalbahn oder dem Bus. Strecke ist Teilweise mit Strömung

Sonntag, den 22.09.2019

Rudern von Limburg nach Laurenburg 4 Schleusen, ca. 25,6 km
Hinfahrt mit dem Bus.

Montag, den 23.09.2019

Rudern von Laurenburg nach Bad Ems 4 Schleusen, ca. 22,3 km, Heimreise, Boote aufladen, Heimreise und Boote abladen

ges. Strecke ca. 85 km. Da es ein Begleitfahrtzeug gibt werden die Boots-km auf die Teilnehmer umgelegt.
Es besteht auch die Möglichkeit nur Samstag und Sonntag mitzufahren – bei vorzeitiger Abreise ist jeder für die Rückreise selbst verantwortlich, die Umlagekosten sind die gleichen.

Übernachtung:
Übernachtet und Standquartier für die Tour ist im Gasthof „Zum Lahntal“ in Laurenburg (www. gasthofzumlahntal.de). Der Gasthof bietet die Möglichkeit zu Zelten, im Saal auf Luma oder in Zimmern zu übernachten. Übernachtungskosten im Zimmer zwischen 35, — bis 40, — € je Person/Nacht im Doppelzimmer incl. Frühstück. Die Übernachtungskosten/Frühstück sind selber zu begleichen.

Meldegeld:
Die Kosten für Begleitfahrzeug, Boots-Wasser, Sprit, Bootsanhänger, Bahnkarten werden umgelegt – ca. 80, — €, bei 9 Teilnehmern. Zusätzliche Kosten entstehen durch priv. Ausgaben und für Übernachten, Essen und Trinken. Das Meldegeld wir vor Ort eingesammelt.

Teilnahme:
Teilnahmeberechtigt sind alle Ruderer/innen des KCfW, nach Rücksprache mit der Fahrtenleitung können auch Mitglieder befreundeter Vereine teilnehmen. Die Fahrtenleitung behält sich das Recht vor, Meldungen abzulehnen. Die max. Teilnehmerzahl sind 9 Personen, Mindestalter 18 Jahre. Die Wanderfahrt ist für Einsteiger geeignet. Es ist ein Begleitfahrzeug vorgesehen – für An- und Abreise und den Transport vor Ort.

Fahrtenleitung:
Kurt Noack, E-Mail: kurt.noack@gmx.net

Haftung:
Seitens des veranstaltenden Vereins oder der Fahrtenleitung wird für die Teilnehmer und deren Gepäck keine Haftung übernommen.

Tourbericht – Ausflug in den Norden

von Kurt Noack

3 KCfW’lern haben sich Mitte Juli in den hohen Norden gewagt, um auf der Schlei ein neues Revier zu erkunden. Bei der Schlei handelt es sich um einen Fjord der Ostsee, der ca. 42 km ins Landesinnere bis Schleswig reicht.

Wir hatten uns mit 2 Ruderern vom Domschulruderclub Schleswig verabredet. Der Club stellte auch das Boot, einen Baumgartenvierer, in blau, den ein Kölner Verein nicht abnehmen wollte, weil das Blau nicht stimmte.

Nach dem Ablegen wurden wir erst mal von lautem Möwengeschrei erwartet- direkt vor Schleswig liegt die Möweninsel. Weiter ging es durch die Stexwiger Enge, hier ist die offizielle Fahrwasserbreite gerade mal 32 m Richtung Enge von Missunde, an der es den ersten Stopp mit Steuermannswesel gab.

Der nächste Stopp wurde kurz vor der Schleibrücke Lindaunis abgehalten. Eine sehr beeindruckende Klapp-Brücke von 1927. Über die Brücke fahren Autos, immer nur im Einrichtungsverkehr und die Eisenbahn. Immer um viertelvor wird die Brücke für den Schiffsverkehr geöffnet. Der Schiffsverkehr auf der Schlei besteht bis auf einige Ausflugsboote nur aus Freizeitskippern.

Weiter ging es nach Arnis, wo die letzte Pause vor der Ostsee vorgesehen war. Arnis ist mit rund 300 Einwohnern die kleinste Stadt Deutschlands.

Von hier bis nach Schleimünde wurden wir von einem erfahrenen Ruderkameraden des Domschulruderclubs gesteuert, denn die letzten km von Kappeln bis zur Mündung sind sehr flach und können durch Steine und Pfähle auch für Ruderboote gefährlich werden.

An der Einfahrt in die Schlei markiert ein Leuchtturm die Zufahrt, ca. 200 m weiter auf der Ostsee befindet sich eine grüne Tonne, diese Tonne wird bei einer Schleifahrt üblicherweise umrundet und man war auf der Ostsee. Hier auf der Ostsee waren die Wellen auch schon höher und das Baumgartenboot kam an seine Grenzen.

Zur Belohnung für die Mühe legten wir neben dem Jachthafen der Mündung an und genehmigten uns in der Giftbude, der Name der dortigen Gaststätte, ein Getränk auf die gelungene Fahrt. Wir mussten von der Mündung noch zurück nach Kappeln. Bei der Rudervereinigung Kappeln haben wir dann das Boot über Nacht abgelegt. Zurück nach Schleswig ging es mit dem Bus, der letzten Fahrt an diesem Tag mit Abfahrt um 19:24 und wir waren auf der gesamten Strecke die einzigen Fahrgäste.

Bei der Rückfahrt von Kappeln nach Schleswig am folgenden Tag war der Wind etwas stärker geworden aber wir hatten Glück, nicht so stark, das wir aufgeben mussten.

In Schleswig angekommen erfuhren wir von unseren Gastgebern, dass es 2019 das erste Mal war, dass 2 Tage hintereinander gerudert werden konnte. Auch die Tour bis zur Ostsee und zurück wird von wenigen der Einheimischen und Gästen in nur an 2 Tagen zurückgelegt, vor allem wegen dem hier oben immer vorhandenen Wind.

Untergebracht waren wir bei unserem Aufenthalt in einem B&B mitten in der Stadt. Es handelte sich um ein altes Stadthaus, sehr idyllisch mit kleinem Garten, Pavillon und einem sehr guten Frühstück. Bei den abendlichen Restaurantbesuchen mussten wir feststellen, dass überall reserviert war und die Gasthäuser ab 21:00 Uhr keine Küche mehr offen hatten. Überhaupt scheinen die Nordlichter früh zu Bett zu gehen, um 22:00 Uhr war fast alles ruhig.

Wir konnten auch noch den Sommermarkt im Wikinger Museum Haithabu erleben. Wikinger-Gruppen aus dem In- und Ausland trafen sich auf dem Gelände der ehemaligen Wikinger-Siedlung um das Leben als Wikinger zu zelebrieren.

Haithabu war ein Handelsplatz der Wikinger bis zur endgültigen Zerstörung 1066. Durch die Verbindung über die Schlei zur Ostsee und die Flüsse Eider und Treene zur Nordsee, war hier mit einem kurzen Stück Landweg eine Verbindung von Nord- und Ostsee möglich.

Eine schöne Fahrt in einem neuen Revier. An den 2 Rudertagen legten wir insgesamt 85 km zurück. Leider benötigten wir für die jeweils 550 km der An- und Rückreise an die 8 Stunden, auch die Nordlichter kennen Stau. Wir – Helga, Rolf und Kurt – bedanken uns bei unseren Ruderfreunden von Domschulruderclub Schleswig, Gerhild und Günter für die Betreuung und Begleitung.

Produktives Arbeitswochenende

Ahoi liebe Clubmitglieder,

am vergangenen Wochenende 27./28.07.2019 fand wieder ein Arbeitswochenende auf dem Bootshaus statt. Es gab viel zu tun und einige Mitglieder folgten dem Aufruf zur Mithilfe.

Gemeinsam konnten wir am Anlegefloß defekte Steg-Auflagebalken austauschen, lockere Planken verschrauben, und alles einmal gründlich reinigen. In der Halle wurde aufgeräumt, Stellagen hergerichtet und umgehängt, Bodenplatten unterfüttert, Aufnahmebohrungen für die wasserseitige Rampe gebohrt und Auftriebskörper in die Klävbotz gepackt. Im restlichen Bootshaus wurde gründlich sauber gemacht und aufgeräumt und die Duschköpfe und Wasserhahn-Perlatoren entkalkt. Für die Fenster der Damenumkleide und -Toilette haben wir Mücken- und Spinnenschutzrahmen angefertigt und eingebaut. Am Podest beim Abgang wurde ein schicker neuer Kantenschutz montiert und an Land wurde die Treppe bei unserem Anlegefloß entkrautet und gereinigt.

Hier ein paar Impressionen von unseren fleißigen Mitgliedern:

Vielen Dank an die vielen teils auch spontanen Helferinnen und Helfer!

Erfolgreiche Teilnahme am Elbinsel-Marathon

Elbinsel-Marathon 2019 – Ein Bericht von Leon Lauer

Am 27. Juli starteten zwei Mannschaften mit KCfW Beteiligung beim Elbinsel-Marathon. Gestartet wurde beim Ruder-Club Süderelbe und dann ging es 28 Kilometer gegen Wind und Wellen bis Geesthacht die Oberelbe hoch. Das Spritzwasser durch die Wellen war bei Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad eine angenehme Abkühlung, anstrengend war der Gegenwind.

In Geesthacht gab es eine kleine Pause in der wir die Tide abwarteten. Anschließend ging es 32 Kilometer zurück, ein Stück der Norderelbe runter, bis kurz vor die HafenCity von Hamburg zum Ziel Wanderrudergesellschaft „Die Wikinger“. Dieser Teil der Strecke war mit Wind und Strömung deutlich einfacher zu rudern als der erste Teil der Strecke. Trotzdem ließen es sich manche Steuerleute nicht nehmen die ein oder andere Welle mitzunehmen.

Auf dieser Strecke wurde die Zeit gemessen. Die Strecke absolvierte das Team „Rheostra“ bestehend aus Paul Hillenberg (KCfW), Andreas Laser (NRG), Torben Glindemann (RR Bad Schwartau), Hendrik Nagel (WF Hemmoor) und Leon Lauer (NRG/KCfW) in einer Zeit von 3 Stunden 52 Minuten am schnellsten (Rheostra steht für Rhein, Oste und Trave). Das Team mit Christoph Ehrle, Monika Ehrle und Karl Ernst Heinsberg belegte erfolgreich den zweiten Platz der Mixed Klasse.

Für eine lange Pause bei den Wikingern blieb keine Zeit, da deren Steg bei Niedrigwasser trocken liegt. Nach der Pause ging es etwa 12 Kilometer zurück zum Startpunkt.

Das Team „Rheostra“ ließ es sich dabei natürlich nicht nehmen einen kleinen Abstecher durch die HafenCity vorbei an der Elbphilharmonie zu fahren.

Nachruf Wolf Dietrich Flemming

Bild

Alle Clubmitglieder des Kölner Club f. Wassersport e.V.

Liebe Clubmitglieder,

unser geschätztes und bis zuletzt aktives Clubmitglied Wolf Dietrich Flemming ist am Samstag, dem 15.06.2019, plötzlich und völlig unerwartet verstorben.

Wolf Dietrich war bereits in den 1950’er Jahren Vereinsmitglied und in dieser Zeit ein sehr erfolgreicher Rennruderer. Seine Erfolge im Renngeschehen hat er insbesondere in der sogenannten Jungmannklasse im Vierer errudert; die Bilanz des Vierers in 1955 war: Fünf Siege in fünf Rennen.

Nach einer Pause ist Wolf Dietrich 1993 wieder in unseren Verein eingetreten. In den letzten Jahren war Wolf Dietrich aktiver Teilnehmer unserer turnusmäßigen Rudertermine, wenn möglich war er in der Sommerzeit viermal in der Woche auf dem Wasser.

In 2018 hat er auf diese Weise noch 2.155 km errudert, die Voraussetzungen für das Fahrtenabzeichen hat er regelmäßig bereits zur Jahresmitte erreicht. In 2019 hat Wolf Dietrich bereits erstaunliche 960 km errudert, für einen 84 Jahre alten Menschen eine grandiose Leistung, die unseren Respekt verdient. Darüber hinaus hat sich Wolf Dietrich bis zuletzt auch noch als Kassenprüfer, Mitglied im Ältestenrat und in vielen sonstigen Aufgaben rund um unseren Verein engagiert.

Mit Wolf Dietrich verlieren wir einen großartigen Sportler und Vereinskameraden direkt aus unserer Mitte. Bei den kommenden Ruderterminen ohne Wolf Dietrich wird bei vielen von uns sicher das Gefühl aufkommen: „es fehlt jemand“. Wir werden Wolf Dietrich sehr vermissen und ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Unser besonderes Mitgefühl gilt seiner Frau und Familie, die so plötzlich Ehemann, Vater und Großvater verloren haben.

Mit traurigem Gruß und einem letzten Ahoi,

Peter Möller

für den Vorstand des KCfW

210 km im Norden von Holland

Elfsteden. In den letzten beiden Jahren noch als 6er Staffel erfolgreich an den Start gegangen, versuchten wir dieses Jahr beim Elfsteden Roeimarathon den Gesamtsieg zu ergattern. Dazu reisten wir am 30.5. nach Leeuwarden um diese Herausforderung anzugehen. Noch nie hatte eine ausländische Mannschaft den Gesamtsieg bei der längsten und härtesten niederländischen Langstrecken-Regatta über 210 km errungen. Gerudert wird im gesteuerten GIG-2x als Staffel mit maximal 12 Sportlern je Mannschaft. Zusätzlich gibt’s noch die Option, das Ganze als 6er Staffel oder komplett zu dritt durchzurudern. Wie in den Niederlanden üblich, gibt es viele Engstellen, scharfe Kurven oder Brücken, bei denen die Ruderer die Skulls lang machen müssen, nur einseitig rudernd passieren können oder sich gar hinlegen müssen. Das besondere Salz in der Suppe liefert die Regatta mit dem Start um 20 Uhr, das heißt es wird in die Nacht reingerudert und man muss bei völliger Dunkelheit diese Engstellen passieren. Dieser Herausforderung stellten sich dieses Jahr 108 Mannschaften.

In den letzten beiden Jahren hatte das Team Cool Runnings aus Matthias Auer (Stuttgart), Henning Osthoff (Hamm), Christian Maus (Bonn), Stefan Verhoeven (Kleve), Markus Müller (Neuwied) und Michi Ehrle (Köln) das Ganze als 6er Staffel durchgezogen und damit die Klasse ordentlich aufgewühlt, da der Streckenrekord insgesamt um fast 1:30h runtergesetzt worden war. Da eigentlich kaum noch Optimierungspotenzial für diese Klasse bestand war die Idee, den Gesamtsieg mit einer größeren Anzahl von Ruderern und festen, leichten Steuerleuten anzugehen. Gesagt, getan.

Leider waren Christian und Henning verhindert, doch konnten trotzdem geeignete Mitruderer gefunden werden. Aus dem Süden bei Stuttgart konnten Andreas von Borstel, Magnus Gähr und Heiko Gulan und aus Bremen Hendrik Nagel als Ruderer und Tobi Gathmann(13 Jahre alt!) aus Stuttgart, sowie Luisa Jaeger aus Neuwied als Steuerkeulen gewonnen werden. Um auch sicher und rechtzeitig bei den Wechselstellen anzukommen, wurden noch die 2 Topleute Leon Lauer und Phil Greyff als Fahrer/Supportteam angeheuert. Zusätzlich konnten wir noch auf Watz‘ Bus und Stefans Auto zurückgreifen. Somit bestand das Team aus 8 Ruderern, 2 Steuerleuten und 2 Fahrern. Als Boot hatten wir dieses Jahr die Tri-Umpf aus Stuttgart, ihreszeichens ein Wiersma – unser bisheriges Ross, die Leipzig der NRG, war leider aus bootsbautechnischen Gründen für die 12er Staffel nicht zugelassen.

Nachdem wir zur Vorbereitung der Regatta sowohl Hochfrequenzrudereinheiten als auch Steuerübungen in Neuwied und Stuttgart abgehalten hatten, frischten wir die Kenntnisse am Morgen vor der Regatta nochmals auf. Gefolgt von Schnellwechseltraining hatten wir getan, was zu tun war, um sich noch einmal zum Zeltplatz für ein Nickerchen und ein abschließendes Nudelessen zu begeben, bevor es gegen 19:00 Uhr in Richtung Leeuwarden Zentrum aufs Wasser ging. Bis zum Start übernahmen unsere beiden Steuerleute und Leon aus dem Landdienstduo das Boot. Am Start angekommen wurde auf unsere beiden Schwaben Andi und Magnus gewechselt.

Warten auf den Start

Punkt 20:00 Uhr gingen die Vorjahressieger, eine Renngemeinschaft der stärksten ehemaligen Leistungsruderer der Niederlande auf die Strecke, dicht und hochfrequent gefolgt vom Vorjahresvize, der studentischen Rudervereinigung mit dem Namen „Vaak ben je te bang“. Dies heißt in etwa „Manchmal hast Du zuviel Angst“. Ob dies eine Anspielung auf die aberwitzig niedrigen Brückendurchfahrten im Dunklen sein sollte, blieb uns verborgen. Beim Anblick der Schlagzahl dieser Mannschaften und dem Krafteinsatz hörte man zahlreiches Raunen im Publikum mit kurz darauf folgendem Unglauben, dass „die“ wohl nicht wissen was sie tun, in Anbetracht der noch kommenden Streckenlänge. Schier überrascht waren wir, als unser Boot mit der Startnummer 3 mit eben dieser aberwitzigen Schlagzahl über die Startlinie preschte. Schlagzahl 40 im C-2x+…zapalot, unsere Schwaben machen ernst!

Gerne hätten wir das große Startschauspiel weiter genossen, doch zügig musste es weiter zum ersten Wechselpunkt gehen. Also aufsitzen und „The Transporter“ Phil das Zepter überlassen. In gewohnt zügig zielgerichteter Art zirkelte er den Bus raus aus dem Gewühle zum ersten Wechsel. Unser nächstes und wohl stärkstes Schwabenduo war an der Reihe, Heiko und Matthias. Hatte unser erstes Duo trotz Kollision mit kursuntreuen, verwirrten Paddlern schon hervorragende Arbeit geleistet und den Startrückstand auf ein Minimum zusammengefahren, hieß es nun Druck nach vorne halten, schließlich hatte Michi eine klare Order rausgegeben. „Matthias, ich will dass wir auf Platz 1 sind, wenn ich ins Boot steige!“. Dies ließ er sich wohl nicht zweimal sagen und hämmert mit Heiko zu unserem Unglauben die Tri-Umpf an die Spitze des Feldes. Am zweiten Wechsel hatten wir gerade genügend Vorsprung, dass Luisa und die M²s (Michi und Markus) den Staffelstab an sich nehmen konnten und unmittelbar vor der Konkurrenz durch die knapp hinter dem Wechsel kommende Brücke zu preschen. 16,5 km/h standen dabei laut GPS in der Spitze auf dem Tacho! Wir erinnern uns, wir sprechen von einem Gig-2x+! Einige hundert Meter später besannen wir uns aber auf den Realismus und pendelten uns bei einem 2:05 Split ein, was noch immer satt über 14 km/h waren. So konnten wir die Vorjahressieger sauer fahren. Sie mussten deutlich abreißen lassen, die Studenten hingegen blieben zäh. Zwar wuchs der Abstand langsam, doch nach einem unsäglich schnellen Wechsel derer, schlossen die frischen Ruderer wieder zunehmends auf. Michi blieb dennoch cool auf Schlag und zog unser Ding festgenagelt auf Schlagzahl 29,5 weiter durch.

Matthias, Heiko und Tobi bei ihrer ersten Etappe

Da der nächste Wechsel auf unsere Nordlichter Stefan und Hendrik etwas ungünstig an einem hohen Steg in der Außenkurve lang, konnten wir zwar in Führung übergeben, fielen aber denkbar knapp hinter die Startnummer 2 als unsere beiden Frischen zu rudern begannen. Unseren Nordmännern mit Luisa am Steuer stand nun der zunächst härteste Steuerteil bevor – Dokkum! Extrem flache Brücken, enge verschlungene Ortsdurchfahrt mit immer wieder einseitigem Rudern und abschließend die Rücktour durch das herannahende Feld von über 100 Ruderbooten im Wettkampfmodus. Da Stefan und Hendrik trotz guter Arbeit keine ausreichenden Argumente gegen die immens starke Nr. 2 hatten, kamen sie leider im Heck derer an der ersten Stempelstelle an. Ein taktisches Problem. Ein daher weiter Wurf der Dose mit Stempelkarte landete im Wasser statt in den Händen unseres unterstützenden Landdienstes, was wichtige Zeit kostete. Die Auswirkungen davon waren an der nächsten Wechselstelle unverkennbar. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, bis unser Boot nach den führenden um die Kurve in Sicht kam. Daran konnte auch unser Schwabenduo 1 wenig ändern bei ihrem kommenden Einsatz. Doch das Wichtigste war, wir konnten 3 Leute mit allen Körperteilen an den richtigen Stellen aus dem Boot hieven. Luisa hatte somit ihre erste Feuertaufe, Tour de Dokkum, erfolgreich gemeistert.

Nachdem Tobi unsere zwei Schwabenduos erfolgreich in den engen Kanal Richtung Leeuwarden gezirkelt hatte, kamen die M²s mit Luisa am Steuer wieder zum Einsatz. Auf dem Programm stand ein fürchterlich von Schilf durchsetzter Kanal und ein paar lustige Details wie einen plötzlichen 90° Abzweig hinter einer engen Brückendurchfahrt im Stockfinsteren. Meisterte Luisa die trickreichen Stellen hervorragend, konnte Markus das von der Schlacht mit dem Schilf nicht behaupten. Mit zum sauberen, frühen Wasserfassen aufgestelltem Blatt in Richtung Auslage im Renntempo ins Schilf zu hauen, sorgte für den ein oder anderen ruppigen Zwischenfall. „Nichts dagegen zu machen in der Dunkelheit, da müssen wir durch!“ war das Credo. Schade nur, dass unsere Widersacher keinen Deut schlechter damit klarkamen, so konnten wir den Abstand zu ihnen leider nicht verringern. Dieses Bild setzte sich auch weiter fort. Trotz vollem Einsatz eines jeden Duos kamen wir einfach nicht mehr näher an die Studenten heran. Der unsererseits fast verbaselte Wechsel am Containerhafen hinter Leeuwarden half da ebenfalls wenig. Glücklicherweise wuselten Matthias, Heiko, Michi und Markus in Unkenntnis der Wechselstelle zufällig gerade noch rechtzeitig zum designierten Punkt. Unser frisches Duo hatte nicht einmal Zeit die überschüssige Kleidung richtig abzulegen, als Tobi unsere Schwaben 1 zielsicher unter die Wechselbrücke steuerte. Bitter nur, dass Markus beim Versuch das Boot abzubremsen die Hälfte unseres besten Wechselhakens versenkte, weil dessen Längenverstellung nicht richtig eingerastet war. Zusammen mit dem vom Wasser aus gut brusthohen Geländer und der fehlenden Möglichkeit zum Halten der Ausleger zwecks Stabilisierung des Bootes wurde dies einer der ätzendesten Wechsel der Regatta. Wie arg auf letzter Rille der Wechsel war wurde allen klar, als uns der Rest unserer Leute mit „Wo müssen wir hin?“ entgegen lief und wir nur antworten konnten „Zu den Autos, der Wechsel ist schon lang vorbei!“.

 

Kurz nach einem Wechsel in der Dunkelheit um ca. 4:30 Uhr

Obgleich wir den Abstand auf den Vorjahressieger kontinuierlich erhöhten, war nach knapp 60 km zur Führung nur noch Schadensbegrenzung möglich, in der Hoffnung bei einem Fehler des Gegners direkt mit einem Gegenangriff zur Stelle zu sein. Trotz hervorragender Durchfahrt des berüchtigt gefährlichen Sneek von Stefan & Hendrik mit Luisa an den Seilen kamen wir nicht näher heran. Für einen kurzen Lichtblick sorgten danach die M²s mit der Überfahrt über das durch den Westwind etwas unruhigen Sloter Meeres. Vom Rhein Schlimmeres gewohnt saß auch bei dieser Brühe jeder Schlag, was uns wieder bis auf 2:38 min von ursprünglich fast 4 min heranbrachte. Ein Führungswechsel stand jedoch leider nicht zur Diskussion, da die Gegner einfach keine Fehler machten und durch die Bank unglaublich stark am Rudern waren. Wie brachial diese Herren sein mussten, wenn man sich überlegt, dass z.B. unser Schwabenduo 1 jeweils am Ergo die 2km unter 6:10 min. fahren kann und sie unseren Gegner auf der Strecke dennoch nicht in die Schranken weisen konnten.

Mit einbrechendem Tageslicht und genauerer Begutachtung unserer Gegner an den Wechselstellen wurde klar, woran dies wohl liegen könnte. Wenn selbst Markus mit seinen 1,98 m Größe zu den meisten derer aufschauen musste und der ein oder andere Oberschenkel vorweisen konnte, die jeweils mehr Muskulatur zu beherbergen schienen, als bei uns beide Beine zusammen, nun, dann sind das Voraussetzungen, die ein Rennen auf kurze Distanzen nicht einfach gestalten. Auch der kurzfristige Kursverlust unseres Steuermanns Tobi half da wenig. Bei der Ausfahrt hinter Workum den Abzweig verpasst, musste zunächst das Kartenmaterial durchgewälzt werden, bis es weitergehen konnte. Obgleich er alles gab, um seine Recken am Ruderplatz zu befeuern, hatten wir nun einen Abstand von fast 12 min auf die Nr. 2. Die Nr. 1 hingegen kämpfte mit 13 weiteren Minunten hinter uns. Danach kam für fast eine halbe Stunde nichts mehr!

Die M²’s mit Luisa nach ca. 165 km auf dem Weg nach Kimswerd

So entwickelte sich der Kampf der Giganten weiter bis zum Ziel. Sogar die engstens und verzwicktesten noch anstehenden Ortsdurchfahren wie Harlingen und Franeker konnten sauber gemeistert werden. Selbst durch das am Wochenende meist von Motorbooten durchsetzte Leeuwarden konnte ein astreiner Schlusssprint gefahren werden, den in diesem Jahr zu ihrer Ehre die M²s mit Luisa am Steuer hinlegen durften. Was ein hochklassiges Rennen, welch herausragendes Team mit welch vorzüglicher Stimmung es doch auch in diesem Jahr war… da konnte man fast vergessen, dass das Wasser schon wieder ruhig war, als wir mit beiden Maschinen „wie Wahnsinnige“ über die Ziellinie rasten und wir knapp langsamer als der Streckenrekord den 2. Platz belegten. Hut ab gegenüber den Sportstudenten, die ihr Territorium behaupten konnten und uns Langstrecklern, ergänzt von schwäbischer Sprintpower, zeigen konnten wo der Hammer hängt. Hoch verdient konnten sie nach 16:52:34 h Fahrzeit das Preisgeld für den gebrochenen Streckenrekord entgegen nehmen und unter unserem Jubel den 1. Platz genießen. 14:51 min. mehr standen für uns auf der Uhr, immerhin über 35 min schneller als unser Rekord in der 6er Klasse! Die geschlagenen Vorjahressieger, eine aus ehemaligen Europa- und Weltmeistern sowie Olympiasiegern geschmiedete Renngemeinschaft, kamen mit 17:25 h fast 20 min nach uns ins Ziel. Fast 40 min blieb das Wasser danach ruhig. Obgleich wir schon um kurz nach 13 Uhr im Ziel waren, hörten wir wie selbst gegen 21 Uhr noch Mannschaften das Rennen abschlossen – „Chapeau!“ zu solchem Durchhaltevermögen!

Nach 17 Stunden Regatta und ca. 30 Stunden auf den Beinen nutzte das gesamte Team die Stille auf dem neben dem Ruderverein liegenden Zeltplatz.

Das war’s zu dieser vortrefflichen Regatta. Vielen Dank an Watz für den Bus, das super Team, insbesondere das super Supportteam Leon und Phil, die uns immer zügig zu den 35 Wechselstellen gefahren haben und uns bei den Wechseln unterstüzt haben. Außerdem vielen Dank an die Steuerleute Tobi und Luisa, die sich abwechselnd insgesamt 17 Stunden aufs Steuer gesetzt haben und super gesteuert haben! Es hat sehr viel Spaß gemacht!

Für den, der es jetzt noch immer genauer wissen will, haben wir im Folgenden noch einen schön beschriebenen Musterwechsel an gutem Ufer skizziert.

Ein Wechsel sieht so aus, dass das Boot ca. 20 Meter vor dem Wechselpunkt aufhört zu rudern, das Boot Richtung Land gesteuert wird, wo die frischen Ruderer schon warten. Während die Ruderer einseitig stoppend zum Ufer driften, wird mit Stäben das Boot gefangen und zum Stillstand gebracht und ggf. rangezogen. 1-2 Leute halten den Ausleger fest, damit das Boot beim Wechsel nicht wegkippt. Die frischen Ruderer reichen den Ruderern im Boot die Hand und ziehen diese aus dem Boot raus. Diese wiederum drehen sich in gekonnter Pirouette und helfen den frischen Ruderern ins Boot einzusteigen. Wenn alle im Boot sind und mind. einer beide Skulls in der Hand hat, wird der Bug mit einer Stange kräftig rausgeschoben und mit einer anderen Stange vom Heck aus das Boot angeschoben, damit die Ruderer schnellstmöglich wieder auf volle Fahrt kommen. Das Beeindruckende daran? Ein solcher Wechsel dauert im Optimalfall weniger lang, als es dauert diesen Abschnitt zu lesen, nämlich 12 Sekunden!

 

Hier noch ein Fernsehbeitrag von einem niederländischen Fernsehsender, wo wir auch zusehen sind:

https://omropfryslan.bbvms.com/p/omropfryslan_video_inos/c/3331477.html?inheritDimensions=true

Siege beim Eurega Marathon bei Wind und Hagel

Trotz polarer Kaltluft mit heftigem Gegenwind und Hagelschauern haben zahlreiche Mitglieder in Vereinsmannschaften und Renngemeinschaften die EUREGA 2019 gemeistert.

In der offenen Männerklasse über 45 km siegten Paul Hillenberg, Leon Lauer mit Steuerfrau Lina Zabawa in Renngemeinschaft mit der NRG und BRG mit der besten Zeit aller Teilnehmer der Strecke in einer Zeit von 02:27:56.

Im Mixed Masters C Rennen siegte das KCFW Team um Christoph Schäfer, Jakob Dürr,  Ute Zumkeller, Karen Oßwald mit Steuermann Peter Möller in 02:48:05.

 

In der offenen Königsklasse über 100 km mit Start in Goarshausen wurde Michael Ehrle im Team „Das fünfte Element – Aufgeben kannste bei der Post“ mit nur zwei Minuten Abstand Zweiter in einer Zeit von 5h 31 min. Die Sieger hatten sich sogar mit einem Olympiasieger von 2012 verstärkt!

Bei den Männern Masters E über 100km siegten in Renngemeinschaft Werner Gast und Ulrich Westendorf in 06:04:50.

Allen Teilnehmern, Helfern und Unterstützern vielen Dank!