Entlang des Saufbähnchen

Ein Bericht von Fahrtenleiter Kurt Noack zur KCfW-Pfingstwanderfahrt 2016 auf der Mosel.

Strecke: 128 km von Trittenheim nach Hatzenport

Teilnehmer: Andrea, Ingo, Miro, Kristin, Bettina, Rolf, Jens und Kurt (FL)

Boote: Füchschen vom KCfW, Schöckelpääd vom RCP

Nach der Saar-Mosel-Tour 2015 ging es dieses Jahr weiter Mosel abwärts, von Trittenheim nach Hatzenport. Die Fahrt war schnell belegt. Da eine Ruderkameradin aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig nicht mitfahren konnte, stellte sich den sieben Ruderinnen und Ruderern und dem jungen Steuermann Miro (7 Jahre) die Frage, welche Boote mit sollten. Die Huddel war leider defekt, so blieben nur die Füchschen und als Zweier das Schöckelpääd vom RCP. Trotz des Hin und Her mit dem Verladen in zwei verschiedenen Bootshäusern waren wir zügig fertig und die gemeinsame Fahrt im geliehenen Bus konnte am Samstagmorgen auf allgemeinen Wunsch um 8 Uhr losgehen.

  1. Tag, Trittenheim – Bernkastel-Kues, 28 km, 1 Schleuse

Am Steg in Trittenheim trafen wir zwei Vierer aus Neuwied und unterwegs begegneten wir noch einem Kirchboot aus Neuss. Eine Gruppe aus dem „kleinem Dorf nördlich von Köln“ musste auch auf Tour gewesen sein, da wir mehrmals den Hänger trafen.

Von Trittenheim ging es über Brauneberg, wo der Landdienst wechselte, nach Bernkastel-Kues. Am Ruderclub legten wir die Boote ab und wir fuhren nach Zell, um zuerst den Hänger am Ruderclub abzustellen und dann weiter zur Ferienwohnung für drei zu fahren. Leider war die direkte Zufahrt gesperrt und alle Straßen, die wir ausprobierten, waren für den Bus zu eng. Zu Fuß war das Quartier jedoch erreichbar.

Hat alle(s) im Blick: Steuermann Miro

Hat alle(s) im Blick: Steuermann Miro

Die restlichen fünf Teilnehmer sollten in einer Pension am Ortsrand von Zell unterkommen. Wegen Kommunikationsproblemen war jedoch nur ein Zimmer frei und wir mussten uns kurzfristig, Pfingstsamstag, 19 Uhr, nach einer Alternative umsehen. Die Vermieter der Ferienwohnung gaben uns dann den Tipp, es doch mal bei Ihnen gegenüber zu versuchen. Und wir hatten Glück: Die Familie hatte ihre Ferienwohnung noch frei und war bereit uns aufzunehmen. Die spontane Unterkunft war von Vorteil: wir waren alle zusammen und konnten uns morgens selbst versorgen, sie war näher an der Stadt und zudem preiswerter. Rolf bot sich abends noch an, Frühstück einzukaufen und lernte so die Supermärkte um Zell kennen. Während die anderen auf der Zell gegenüberliegenden Seite ein gemütliches Restaurant für den Abend auskundschafteten.

2. Tag, Bernkastel-Kues – Zell, 40 km, 2 Schleusen

Nach einem gemütlichen und üppigen Frühstück in der Ferienwohnung ging es mit dem Bus wieder nach Bernkastel-Kues und weiter moselabwärts.

Mosel abwärts mit Füchsen und Schöckelpääd

Mosel abwärts mit Füchsen und Schöckelpääd

In Traben-Trarbach wurde der Landdienst gewechselt. Der hatte die Zeit für einen Besuch im Buddha-Museum genutzt und sich dort spirituellen Beistand geholt. In der gemeinsamen Mittagspause wanderten alle kurz durch den Ort und stärkten sich in einem Café mit Eis oder Kuchen für die zweite Tagesetappe. Zurück in Zell besuchten wir wieder das gleiche Restaurant wie am Vorabend. Bei einem Spaziergang danach am anderen Moselufer wurde vor der Touristeninformation noch zum Tanz aufgespielt.

3. Tag, Zell – Cochem, 36 km, 2 Schleusen

Die Sportbootschleuse bei der ersten Schleuse war gesperrt und wir mussten in die Großschifffahrtsschleuse. Leider war das nächste Schiff ein Schubverband, der nur alleine in die Schleuse passte und so hatten wir fast zwei Stunden Wartezeit. Mittags gab es dann in Senheim, neben dem Jachthafen, wo wir mit unseren beiden „Jachten“ anlegen konnten, einen kleinen Imbiss in der Gastronomie des Campingplatzes.

Auch „Panzerknacker“ Jens und Ingo mussten vor dem Schleusentor warten

Auch „Panzerknacker“ Jens und Ingo mussten vor dem Schleusentor warten

Nach dem Rudern wollten wir uns noch die Reichsburg Cochem ansehen. Es brauchte einigen Versuchen bis wir mit dem Auto in die Nähe der Burg gelangen konnten. Leider war sie schon geschlossen und unsere Besichtigung endete am Tor. Abends, zurück in Zell, kehrten wir dieses Mal am anderen Ufer in die Gaststätte „Zum Alten Bahnhof“ ein.

Andrea und Bettina mit einem Burgwächter

Andrea und Bettina mit einem Burgwächter

4. Tag Cochem – Hatzenport, 24 km, 1 Schleuse

Am letzten Tag ging es über Treis-Karden, wo wir den Landdienst wechselten, nach Hatzenport. Nach zügigem Aufladen machten wir uns gleich auf den Weg Richtung Köln. Beide Boote wurden bei der KRG abgeladen und gereinigt. Das Schöckelpääd ging wieder in die Halle zu den anderen Booten des RCPs, die Füchschen wurde zum KCfW gerudert. Das Boot kann gerade rechtzeitig, um im normalem Ruderbetrieb eingesetzt werden zu können.

Bleibt noch allen Teilnehmern für Ihr Verständnis bei der Panne mit der Unterkunft zu danken und unseren Vermietern Christiane & Norbert Menten und Alfons & Mergret Müller für Ihre Gastlichkeit.

Info am Rande:

Die Bahn-Linien an der Mosel wurden im Rahmen der Kanonenbahn von Berlin nach Metz gebaut. Sie diente dem militärstrategischen Nachschub nach Westen, eine Fahrt von Berlin nach Metz dauerte damals 18 Stunden. Die Trasse folgte ab Bullay bis Trier nicht der Mosel mit Ihren vielen Kurven und so wurde noch eine zusätzliche Strecke entlang der Mosel errichtet. Damit führte die Bahn auch an Zell vorbei. Wegen der vielen Weinorte und weil es an Bord auch Wein gab von Einheimischen auch Saufbähnchen genannt. Die Strecke war 102 km lang und wurde komplett von Trier nach Bullay am 29.08.1905 in Betrieb genommen. Eine Fahrt dauerte 4 Stunden und es gab 38 Haltepunkte. Am 31.12.1962 kam das Ende, die Bahnstecke wurde eingestellt.

Neben den Erinnerungen an die Bahnlinie gibt es auch noch Relikte aus der Zeit des Bähnchens, so zum Beispiel den Bahnhof in Zell. Wir hatten die Gelegenheit einen Abend im heutigen Restaurant „Zum alten Bahnhof“ bei gutem Essen und einem guten Tropfen die alten Zeiten – und die neue Zeit – zu genießen.

Kurt Noack

Sieg in Genf! Oder doch nicht?

Im Folgenden der Bericht zur Tour du Léman à l’Aviron, eine Regatta einmal um den Genfersee über 160km.

Zu Anfang sollte das übliche Regattavorgeplänkel stehen. Verpflegung kaufen, Bootstransport packen und nach Genf fahren. Doch irgendwie war dieses Jahr alles anders. Bereits Wochen zuvor wurde alles minutiös geplant. Angefangen von der Analyse wer wann wo wie viel trinkt, über wo welche Flaschen mit welchem Inhalt im Boot untergebracht werden, über wer wann an welcher Stelle im Boot sitzt bis hinzu wie welche Getränke gemischt werden und wann an welchen Flaschen die Aufkleber und Kunststoffbändchen von den Deckeln entfernt werden. Minutiöse Planung des Bevorstehenden!

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Ein ruderischer Genuss von Anfang bis Ende oder: 11 Steden Roeimarathon vom 30.-31.05.14

Wer dachte, die Tour Du Lac in Genf sei der längste Rudermarathon, hat offenbar noch nichts von dem holländischen 11 Steden Roeimarathon gehört. Ins Verständliche überführt geht es um einen Rudermarathon, bei dem man im 2x+ 11 friesische Städte durchrudert. Das ganze versteht sich, man ahnt es schon, am Stück und ohne Unterbrechung über 208 km auf angeblich stehendem Gewässer. Warum angeblich? Dazu später mehr.

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